Hautarztzentrum Seligenstadt

Dr. med. Erik Senger

Alexandra Krebs (ang.)

Sonnenallergie

Nach einem langen Winter ist es sehr angenehm, sich den ersten wärmenden Strahlen der Sonne hinzugeben. Ob bei der Gartenarbeit, im Straßencafé, einem Spaziergang oder dem ersten Sonnenbad.

Aber, diese Stimmung kann durch die Sonnenallergie erheblich getrübt werden. Doch so weit muss es nicht kommen. Es gibt eine Reihe von sehr wirksamen Maßnahmen, die sie verhindern können.

Warum es überwiegend Frauen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr und gelegentlich auch Kinder betrifft, ist der Wissenschaft zurzeit noch ein Rätsel.


Es ist nicht nur der sehr starke Juckreiz, der dieses Leiden kennzeichnet. Rote, erhabene oder blasenartige Hautveränderungen sind sichtbare Zeichen dieser erst nach Stunden einsetzenden Hautreaktion.

Bevorzugt betroffen sind Gesicht, Hals und Dekolletee, aber auch die Streckseiten der Arme sowie die Handrücken sind oft befallen. Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als 20% der Bevölkerung darunter leiden.

Die Ursache der Sonnenallergie ist bislang ungeklärt. Vermutet wird eine Immunreaktion, bei der aufgrund der UVStrahlung so genannte freie Radikale auftreten.

Ausgelöst werden die Hautreaktionen bereits 15 Minuten nach Sonnenexposition überwiegend durch UVA-, in geringerem Umfang durch UVB-Strahlen.

Im Wiederholungsfalle sind immer wieder die gleichen Körperareale betroffen, neue können jedoch hinzukommen. Gewöhnt sich die Haut im Laufe des Sommers an das Sonnenlicht, geht die Sonnenallergie vollständig zurück.

Behandlung:

Die Behandlung bei erstem Verdacht auf Sonnenallergie sollte bei einem Hautarzt erfolgen. Schließlich gibt es noch eine Reihe anderer lichtbedingter Hauterkrankungen, die auszuschließen sind.

Gegen den sehr heftigen Juckreiz helfen AntihistaminikaTabletten, gegen die Hautveränderungen eine starke Kortisoncreme. Sofern ein Urlaub in der Sonne geplant ist, gehören diese Medikamente auch in die Reiseapotheke.

Einmal aufgetreten, ist in den folgenden Tagen die Sonne strikt zu meiden. Ein Lichtschutzmittel mit einem hohen UVALichtschutz kann das Wiederauftreten verhindern.

Normal übliche Lichtschutzmittel oder Calcium-Tabletten sind wirkungslos.

Vorbeugung

Die beste therapeutische Maßnahme besteht in der Vorbeugung.

Zwei wirksame Therapien stehen zur Auswahl. Durch langsam, am besten täglich ansteigende Dosen mit UVALicht wird die Haut an das Licht gewöhnt.

Diese „Abhärtung“ sollte, um eine Auslösung der Sonnenallergie durch Überdosierung zu vermeiden, am besten vier Wochen vor Beginn der Sonnenexposition in einer Hautarztpraxis begonnen werden. Idealerweise eignet sich hierfür der Monat April.

Eine andere Therapie, die auch ergänzend zur Lichttherapie ausgeführt werden kann, ist die Einnahme von BetakarotinKapseln.

Auch hier sollte man bereits Ende März damit beginnen, da es mehrere Wochen dauert, bis sich dieser Pflanzenfarbstoff schützend in die Oberhaut einlagert. Die tägliche Dosis von 100 mg kann durch den Verzehr von Gemüsen nicht erreicht werden.

In einer australischen Studie konnte gezeigt werden, dass bei einer täglichen Einnahme von 100 mg Betakarotin bei 15% der Betroffenen die Sonnenallergie völlig ausblieb und sich bei 50% eine Besserung einstellte.

Die Sonnenallergie ist für die Betroffenen sehr quälend. Sie kann in den meisten Fällen durch eine wirksame Vorbeugung verhindert werden.

Selbst dann, wenn in hartnäckigen Fällen die UVA– und Betakarotintherapie nicht ausreichen sollten, besteht durch die in einigen hautärztlichen Praxen vorgehaltene PUVABadetherapie eine sehr gute Vorbeugung.