Hautarztzentrum Seligenstadt

Dr. med. Erik Senger

Alexandra Krebs (ang.)

Haarausfall –natürlich oder schon krankhaft?

Schöne Haare sind Ausdruck von Gesundheit und Lebenskraft. Sie zu erhalten und zu pflegen ist ein zutiefst menschliches und kulturelles Bedürfnis. Welche Frau empfindet es nicht als eine besondere Herausforderung, ihre Haare kunstfertig in Szene zu setzen und ihrem Ausdruck damit eine besondere Note zu verleihen? Aber auch Männern ist ihre Frisur wichtig und sie empfinden volles Haar kleidsamer als eine zunehmende Lichtung oder sogar eine Glatzenbildung. Haare sind ein wesentlicher Teil der Persönlichkeit und tragen zum Sexappeal bei. Das ist dann besonders schmerzlich spürbar und kann gelegentlich auch eine Panik bei dem Betroffenen auslösen, wenn erstmals verstärkter Haarausfall bemerkt wird.

Kommt der Herbst fallen die Blätter. Aber auch der natürliche Haarausfall, der in der Regel kaum bemerkt wird, hat in dieser Zeit Hochkonjunktur. Während in den anderen Monaten des Jahres ca. 30 bis 40 Haare täglich ausfallen, kann sich diese Zahl von August bis Oktober verdoppeln. Kommt in diesem natürlichen Jahresrhythmus noch eine vererbte oder krankhafte Form von Haarausfall hinzu, ist es deshalb kein Zufall, dass viele Patienten gerade in dieser Jahreszeit die Haarsprechstunde der Hautärzte aufsuchen und um Abklärung und Hilfe bitten.

Wie Haare wachsen

An der Kopfhaut besitzt der Mensch 100.000 bis 150.000 Haare. Täglich wächst das Haar um 0,35 bis 0,5 mm. Bei seinem Wachstum verläuft jedes Haar einen bestimmten Zyklus. Er besteht aus der Wachstumsphase (Anagenphase), die zwei bis acht Jahre dauert und in der das Haar munter weiter wächst. Nur wenige Wochen dauert die Übergangsphase (Katagenphase), in der sich das Wachstum einstellt. In der letzten Phase, der Ruhephase (Telogenphase), wandert das Haar, das normalerweise im Unterhautfettgewebe wurzelt, nach außen und fällt nach 2 – 4 Monaten aus. Ein neues Haar sitzt bereits in den Startlöchern, genauer gesagt in der Haarwurzelscheide, und beginnt sein noch junges Leben. So sorgt dieser Ablauf dafür, dass die Kopfhaut mindestens bis zur Pubertät einen maximalen Besatz an Haaren hat. Haarausfalllücken können nicht entstehen, da auf jedem Quadratzentimeter sich ca. 80 Prozent der Haare in der Wachstumsphase, 0 – 3 Prozent in der Übergangsphase und 10 – 20 Prozent in der Ruhephase befinden. Diese Ausfallhaare (Telogenhaare) sind exakt die Haare, die auch bei leichtem Zug an den Haaren zwischen den Fingern hängen bleiben.

Täglich findet ein normaler Haarverlust von bis zu 70 Haaren statt. Nach einer Haarwäsche können bis zu 200 Haare ausgehen, da man ähnlich wie beim Kämmen oder Bürsten die Ausfallhaare etwas frühzeitiger durch Zug mobilisiert.

Ursachen von Haarausfall

Die Ursachen von Haarausfall können vielfältig sein. Der Hautarzt erhält in der Haarsprechstunde durch seinen Patienten wichtige Hinweise auf die mögliche Ursache.

Infrage können kommen:

  • Stress
  • Diät bzw. Nährstoffmangel
  • Schilddrüsenfunktions-Störungen
  • Hormonstörungen bei Frauen
  • Schwangerschaft
  • Infekte
  • Kopfhauterkrankung
  • Medikamente
  • Veranlagter Haarausfall