Hautarztzentrum Seligenstadt

Dr. med. Erik Senger

Alexandra Krebs (ang.)

Haarentfernung – die klassische Rasur

Bei Männern gehört die Rasur schon seit Jahrtausenden zu einem wichtigen kulturellen Ritus. Aber auch für Frauen können Haare unliebsam werden, wenn sie an unerwünschten Orten sprießen und somit nicht ihrem gewünschten Ideal an Weiblichkeit entsprechen.

Die menschliche Körperbehaarung hat eine wichtige Funktion. Sie schützt z.B. an der Kopfhaut vor Verletzungen, sie temperiert die darunter befindliche Haut wie eine Klimaanlage und vergrößert an bestimmten schweißdrüsenreichen Zonen, wie z.B. an den Achseln, die Oberfläche, so dass der Schweiß leichter abgegeben werden kann. Aber auch im Genitalbereich ist die Behaarung durchaus sinnvoll, da sie auch hier eine schützende Funktion ausüben kann.

Die Ausprägung und somit das Ausmaß der Behaarung werden vererbt. In manchen Ländern sind auch Frauen sehr stark behaart. Hier ist es nicht ungewöhnlich, dass hormonell gesunde Frauen einen für mitteleuropäische Verhältnisse männlichen Behaarungstyp haben.

In Europa hingegen hört der weibliche Haarwuchs an bestimmten Grenzen auf. Wachsen bei Frauen verstärkt Haare an der Brust, am Bauch oder im Gesicht, ist in jedem Fall von hautärztlicher Seite eine hormonelle Fehlregulation auszuschließen.

Relativ normal hingegen ist nach Überschreiten der Wechseljahre das verstärkte Auftreten von Haaren an Kinn und im Bereich zwischen Nase und Oberlippe. Die Ursache für diesen so genannten Damenbart liegt in einer höheren Freisetzung des männlichen Hormons Testosteron.

Aber nicht nur an diesen Zonen können Haare lästig werden. Stark behaarte Beine bei Frauen sind in der westlichen Kultur seit Jahrzehnten verpönt. Je knapper Badeanzug oder Bikini getragen werden, umso mehr muß das, was an vermehrter Haut gezeigt wird, unbehaart aussehen.

Aber auch für Männer ab dem 20.ten Lebensjahr wird eine normale oder eine starke Behaarung in den letzten Jahren zunehmend belastend. Der Trend zur haarlosen Haut ist da, und ob Mann oder Frau will oder nicht, der Zeitgeist entscheidet über das, was gerade “in” oder “uncool” ist.

Grundsätzlich sind vorübergehende von dauerhaften Methoden der Haarentfernung zu unterscheiden. Während die klassische Rasur mit der Klinge bereits seit Jahrhunderten durchgeführt wird, stellt die Haarentfernung mit dem Laser oder mit der Blitzlampe die letzte Entwicklungsstufe der Haarentfernungs-Technologie dar.

Während früher Barbiere (frz, Bart = barbe) die Kunstfertigkeit des Rasierens perfektionierten, ist dieses Handwerk und seine Kultur heute so gut wie ausgestorben. Das Ergebnis ihres Könnens bestand aber nicht nur darin eine glatt rasierte Haut zu hinterlassen, sondern auch den Kunden durch ihr Ritual zu verwöhnen. Bereits die üblicherweise leicht liegende Position sorgte für Entspannung.

Die zu sahneartiger Konsistenz angerührte Seife wurde nach dem Auftragen sanft in die Haut und die Bartstoppeln einmassiert. Anschließend wurde ein feuchtwarmes Tuch so kunstvoll um das Gesicht geschlungen, dass es lediglich die eingeseifte Haut bedeckte. Nach wenigen Minuten wurde das Tuch entfernt und erneut Rasierschaum aufgetragen. Die Rasur begann. Je nach Wunsch des Kunden und der Stärke des Haarwuchses war ein zweiter Durchgang durchaus üblich.

Ein perfekt geschärftes Rasiermesser, gründliche Vorbereitung, die geschickte Hand des Barbiers sowie wohlduftende Essenzen ließen die Rasur zum entspannten aber auch unterhaltsamen Erlebnis werden.